MIECZYSŁAW WEINBERG-FESTIVAL: ORCHESTERKONZERT

Dienstag, 21.5.19, 20:30 Uhr
Kammer 1, Münchner Kammerspiele

Mieczysław Weinberg-Festival
Orchesterkonzert

MIECZYSŁAW WEINBERG (1919–1996)
Rhapsodie über moldawische Themen, op. 47 (1949)
für Solo-Violine und Streichorchester
Konzert für Flöte und Orchester Nr. 1, op. 75 (1961)
für Solo-Flöte und Streichorchester
Symphonie Nr. 2, op. 30 (1945/1946)
für Streichorchester
Kammersymphonie Nr. 4, op. 153 (1992)
für Klarinette, Triangel und Streichorchester

VIOLINE Sándor Galgóczi
FLÖTE Noémi Györi
Jewish Chamber Orchestra Munich
DIRIGENT Daniel Grossmann

Das Orchesterkonzert in den Münchner Kammerspielen nimmt Weinbergs Gesamtwerk wie seine kompositorische Entwicklung in den Blick und markiert zudem wichtige Stationen seines Lebens: Es erklingen zwei Werke für Soloinstrumente und Streichorchester sowie seine zweite Symphonie, entstanden am Ende des zweiten Weltkriegs, wo sich Weinberg bereits auf Einladung Schostakowitschs in Moskau aufhielt. Außerdem ist sein allerletztes, vollendetes Werk, seine 4. Kammersymphonie für Streichorchester zu hören – eine Gattung, deren Ausarbeitungen bei Weinberg durchaus als voll gültige Symphonien betrachtet werden können: Angeblich komponierte Weinberg nach der 19. Symphonie aus Respekt vor Nikolai Mjaskowski vorerst nur mehrere Kammersymphonien, um den alten Meister in der Anzahl seiner Symphonien nicht zu übertreffen.

MIECZYSŁAW WEINBERG-FESTIVAL
2010, nach der szenischen Uraufführung der Oper Die Passagierin, der Geschichte einer Holocaust-Überlebenden, die Mieczysław Weinberg bereits 1968 vertont hatte, ging ein Raunen durch die Musikwelt: Wie konnte dieser russische Komponist jüdisch-polnischer Abstammung nur so lange überhört werden? Weinberg ist inzwischen zwar immer wieder auf den Orchester- und Opernspielplänen zu finden, doch blieb ihm und seinem Œuvre die angemessene Beachtung verwehrt.
Dabei gehört Weinberg zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts – diese Meinung teilte auch sein Freund und Mentor Dmitri Schostakowitsch. Weinberg war äußerst produktiv und vor allem enorm vielseitig: 154 seiner Werke sind erhalten, darunter Ballett-, Film- und Zirkusmusik, aber auch 22 Symphonien, vier Kammersymphonien und sechs Opern. Von einer einfachen Melodie mit anspruchsloser Begleitung bis hin zu komplizierter Zwölftonmusik –Experiment und Tradition schließen sich bei Weinberg nicht aus, er beherrschte alle musikalischen Formen, Gattungen und Stilrichtungen.
Das Jewish Chamber Orchestra Munich nimmt den 100. Geburtstag dieses brillanten Komponisten, der seine 57 letzten Jahre im Exil verbracht hat, zum Anlass, um seinem facettenreichen Werk und seiner ungewöhnlichen Biographie ein Festival zu widmen.

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