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​KAIN & ABEL II: Die vier Solistinnen

Das OJM sendet die herzlichsten Glückwünsche in den Komponistenhimmel – heute, am 2. Mai, hat Alessandro Scarlatti Geburtstag! Wenige Tage später, am kommenden Sonntag, den 6. Mai, führen wir sein Kain und Abel-Oratorium Il primo omicidio in verdichteter, gekürzter Form in Kombination mit zeitgenössischen Texten auf. Wir hoffen, das wird ein angemessenes Geburtstagsgeschenk! Das OJM unter der Leitung von Daniel Grossmann übt schon fleißig; und die vier beteiligten Solistinnen vergrößern die Vorfreude enorm:

Die Texte zwischen Scarlattis Musik spricht eine, die wahrlich keine Unbekannte ist – Sibylle Canonica. Die gebürtige Schweizerin studierte Schauspiel an der Folkwang Hochschule in Essen und stand an Schauspielhäusern in Oldenburg, Stuttgart, Düsseldorf und Berlin auf der Bühne, bevor sie an die Münchner Kammerspiele zu Dieter Dorn kam, der sie nach dem Wechsel ans Bayerische Staatsschauspiel holte. Regelmäßig ist Sibylle Canonica Gast bei den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie mit namhaften Regisseuren wie Peter Zadek, George Tabori, Dieter Dorn, Franz Xaver Kroetz, Martin Kušej, Michael Thalheimer und Herbert Fritsch zusammen.

Neben dem Theater wirkt Sibylle Canonica in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mit. Nach Rollen in Hans-Christian Schmieds Nach fünf im Urwald und Caroline Links Oscar-nominierten Film Jenseits der Stille, für den sie beim Filmfestival Jekatarinenburg ausgezeichnet wurde, erhielt sie für ihre herausragende Darstellung in Tatort – Borowski und die Frau am Fenster 2012 eine Nominierung als Beste Darstellerin für den Deutschen Fernsehpreis. Ausserdem entstanden mit Herbert Nauderer und M+M Filmproduktionen für verschiedene Museen.

Seit 2011 arbeitet Canonica regelmäßig mit Musikern und Orchestern – u.a. Münchner Rundfunkorchester, Venice Baroque Orchestra, Ensemble Modern, Mark Polscher, Wittmann/Zeitblom – bei Konzerten und Festivals sowie für Rundfunk- und CD-Aufnahmen zusammen. (Foto Sibylle Canonica: Christin Losta)



oben: Selene Zanetti und Anna El-Kashem (Foto: Wilfried Hösl); unten: Niamh O'Sullivan

Die Arien und Duette aus Scarlattis Feder interpretieren drei Sängerinnen, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen, aber schon bald nicht mehr nur dem aufmerksamen Münchner Operngänger ein Begriff sein dürften: die Sopranistinnen Selene Zanetti und Anna El-Kashem sowie die Mezzosopranistin Niamh O’Sullivan, die alle drei seit Beginn der Spielzeit 2016/17 imOpernstudio der Bayerischen Staatsoper sind. Jede der drei kann diverse Auszeichnungen und Preise vorweisen. Zudem konnten sie sich schon meist mit kleineren Partien auf großen Opernbühnen präsentieren. Und kürzlich feierte ihre eigene Opernstudio-Produktion Der Diktator/Der zerbrochene Krug im Cuvilliès-Theater Premiere. Am Sonntag können sie einmal mehr zeigen, was in ihnen steckt, mit Scarlattis Barock-Oratorium über den ersten Mord der Menschheit!

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