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​Purim – Esther, die Retterin


John Everett Millais: Esther (1856 / Öl auf Leinwand).

Während am heutigen Faschingsdienstag die Welt noch einmal Kopf steht und die Narren ihre letzte Chance nutzen, um in Verkleidung ausgelassen zu feiern, lässt der jüdische Fasching noch etwas auf sich warten. Purim wird dieses Jahr am 12. Märzgefeiert. Im biblischen Buch Esther ist die Geschichte hinter Purim nachzulesen, um die es auch in Cristiano Lidartis Oratorium Esther geht, das wir in unserem nächsten Konzert PURIM am 19. März im Hubert-Burda-Saal des Jüdischen Gemeindezentrums aufführen – was übrigens eine absolute Besonderheit ist: ein Oratorium auf Hebräisch und eine deutsche Erstaufführung!

Und worum geht es nun bei Purim? Das erzählt die fast märchenhafte Geschichte der mutigen und schönen Königin Esther, des klugen Mordechai und des bösen Haman:

Der Jude Mordechai, von den Babyloniern aus Israel verschleppt, war inzwischen ein angesehener Mann in der Stadt Susa und diente am Hof des persischen Königs Ahasveros (pers. Xerxes). Er hatte eine schöne Adoptivtocher namens Esther.

Bei einem Festmahl, nach reichlich Weingenuss, befahl der König seiner Frau Waschti, den Gästen ihre Schönheit vorzuführen – was diese verweigerte, woraufhin der König sie verbannte. Eine neue Königin musste also her. Aus allen Schönheiten seines Reiches, die Ahasveros in seinen Palast bringen ließ, wählte er Esther. Mordechai riet seiner Tochter, ihre jüdische Herkunft geheimzuhalten.

Nun geschah es, dass Ahasveros einen gewissen Haman zu seinem Stellvertreter machte. Jeder Diener bei Hofe musste vor dem zweiten Mann im Reich auf die Knie gehen – was Mordechai verweigerte. Das ließ Haman nicht auf sich sitzen. Zur Strafe sollte nicht nur Mordechai hingerichtet, sondern alle Juden des Reiches ausgerottet werden. Haman klagte das jüdische Volk der Untreue und des Ungehorsams an und konnte den König von seinem mörderischen Plan überzeugen.

Immer am 1. Nissan, also an Neujahr, warf der König ein Los (Pur, davon: Purim), um etwas über das kommende Jahr in Erfahrung zu bringen. Das Los fiel auf den 13. Adar, den Haman als Hinrichtungstag der persischen Juden festlegte. Doch der kluge Mordechai setzte Esther auf den König an. Diese sagte ihre Hilfe zu, bat jedoch um drei Tage des gemeinsamen Fastens und Betens als Vorbereitung. So gestärkt trat sie vor den König, was eine mutige Tat war, denn das persische Zeremoniell untersagte dies strengstens. Ahasveros war von seiner Königin und ihrer Schönheit so angetan, dass er sie nicht nur von der Strafe verschonte, sondern ihr sogar einen Wunsch freigab. Sie bat darum, den Wunsch erst am folgenden Tag äußern zu dürfen, bei einem Festmahl mit Haman und dem König. Unterdessen gelang Mordechai ein Coup: er konnte ein Mordkomplott gegen den König aufdecken.

Am nächsten Tag während des Essens gab sich Esther als Jüdin zu erkennen und erbat die Rettung ihres Volkes. Der König, immer noch fasziniert von seiner schönen Frau, wandte sich zornig gegen Haman. Statt der Juden wurde Haman am Galgen erhängt und Ahasveros erließ ein Edikt zum Schutz der Juden.

„Und es schrieb Mordechai diese Dinge auf und sandte Schreiben zu allen Juden, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros’ waren: die nahen und die fernen, dass sie sich verpflichteten, den 14. Tag des Monats Adar und den fünfzehnten in ihm Jahr für Jahr zu begehen.“ (Est 9,20-21)

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