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Nachhall: OJM-Expeditionen MAX ETTINGER


Bei der Generalprobe am Vormittag ... 

Wer war Max Ettinger? Um diese Frage drehte sich das erste Konzert unserer neuen Reihe OJM-Expeditionen am 16. Februar – eine Reihe in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München, die kaum gespielte jüdische Komponisten wieder erlebbar macht und ihnen den Raum geben soll, der ihnen in Folge des Holocaust verwehrt geblieben ist. 

Eine Premiere stellte dieses Konzert auch für unseren Dirigenten Daniel Grossmann dar, der für diese Reihe den Dirigentenstock gänzlich gegen ein Mikrofon eintauscht und zwischen den Musikstücken die Biographie und vom musikalischen Umfeld des jeweiligen Komponisten erzählt, aus Schriften oder Briefwechseln vorliest oder  ... mehr als ein Konzert eben.

„Keine Kunst ist so sehr auf ausführende Hilfe angewiesen wie die Musik. Wo ist der Märchenprinz, der mein Werk zum Leben erweckt?“ Ein Zitat von Max Ettinger gegen Ende seines Lebens, das so vielversprechend und erfolgreich – vorrangig mit Opernkompositionen – begonnen hatte und verarmt und verkannt in der Schweiz endete. Wir hoffen, das OJM ist nicht der einzige Märchenprinz. Es warten noch einige Werke mehr, die es absolut Wert sind, wachgeküsst zu werden. 

Gerade wird auch der Ettinger-Nachlass, der in der Bibliothek der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich liegt, reorganisiert. Musikwissenschaftler und Historiker könnten sich hier noch einige Lorbeeren und den ein oder anderen Doktortitel verdienen – in Sachen Max Ettinger gibt es noch einige Wissenslücken zu schließen!

... und am Abend beim Auftakt der neuen Konzertreihe OJM-Expeditionen zu Max Ettinger: Im Auditorium des NS-Dokumentationszentrums München spielten OJM-Musiker (Emanuel Wiesler, Evelyne Trauer – Violine; Indre Mikniene – Viola; Aniko Zeke – Violoncello) unter anderem Ettingers kaum aufgeführtes Streichquartett op. 32, ein Werk voller Kontraste und Verspieltheiten, das eindrücklich den Einfallsreichtum seines Schöpfers dokumentiert.


Die Fortsetzung unserer  OJM-Expeditionen in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum gibt es am 11. Mai, im Mittelpunkt dieser Entdeckungsreise steht Roman Haubenstock-Ramati – Kennt ihr nicht? Das solltet ihr ändern!

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