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Judith - die Vorfreude

Im nächsten OJM-Konzert wird Wolfgang Amadeus Mozarts Oratorium La Betulia liberata aufgeführt – stimmt fast. Genau genommen werden „nur“ die Arien zu hören sein, gesungen von Mitgliedern des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper.


Die Rezitative werden durch Fremdtexte ersetzt: Auszüge aus dem biblischen Buch Judit in der direkten, drastischen Sprache von Martin Luther helfen, den Gang der Geschichte zu verstehen und stellen uns eine Judith vor, die als Heldin in die Geschichte des Judentums eingegangen ist; Monolog-Passagen aus Friedrich Hebbels Tragödie Judith (1840) wiederum zeigen uns eine menschlichere Interpretation dieser Judith, eine, die von Zweifeln geplagt ist, sich windet zwischen „Wollen und Nicht-Können“ (Hebbel); sowie einige Zitate aus zeitgenössischen und nicht-fiktiven Texten, die die Aktualität der Judith-Geschichte unterstreichen.

Gelesen werden diese Texte von der faszinierenden Schauspielerin Wiebke Puls. Sobald sie die Bühne betritt, klebt man an ihr. Der Suchtfaktor ist hoch und die Münchner haben Glück, sie zu „ihren“ Schauspielerinnen zählen zu dürfen. Denn Wiebke Puls ist seit 2005 festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele.

 

 © Hagen Schnauss


Sie schreibt aber auch kluge Texte über das Theater und das Schauspieler-Sein, reflektiert darin (selbst)kritisch gesellschaftliche Vorgänge und Zusammenhänge, die von der Theaterbühne nicht zu trennen sind - politisches Engagement mit eingeschrieben. Kürzlich ist wieder einer der bemerkenswerten Texte erschienen. Ihr Lackmustest, nachzulesen auf dem Blog zum Berliner Theatertreffen 2015. Wer seine Augen schonen will, für den gibt es auch eine Version zum Zuhören, gelesen von der Autorin selbst.

Und sie singt, in Theaterproduktionen - klar, aber auch Solo. Zusammen mit dem OJM z.B. sang sie 2012 – anlässlich des Todestages von Hanns Eisler – Lieder des Komponisten. Und nun feiert Wiebke Puls mit uns 10 Jahre OJM - die Vorfreude steigt!

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